Natur- und Kulturerbe

Die Kanarische Dattelpalme

Ein lebendiges Stück Geschichte unserer Inseln

Phoenix canariensis

Die Palme vor Ihnen gehört zu einer weltweit einzigartigen Art. Sie stammt von den Kanarischen Inseln, wo sie schon lange vor der Ankunft des Menschen natürlich wuchs.

Mit ihrer prächtigen Blätterkrone und ihrem kräftigen Stamm gehört sie zu den markantesten Elementen der kanarischen Landschaft und ist das offizielle Pflanzensymbol des Archipels.

Jahrhundertelang war die Palme weit mehr als eine Zierpflanze. Am wertvollsten war der palmito, die zarten jungen Blätter aus dem Herzen der Palme. Er war eines der ersten Materialien, die unsere Vorfahren nutzten, noch vor der Keramik. Daraus fertigte man die Palmzweige für den Palmsonntag und vor allem Kleidung und Dinge des täglichen Bedarfs wie Decken, Taschen, Hüte und Behälter, in denen man Essen transportierte. Mit ihren Blättern deckte man sogar die Dächer der traditionellen Häuser. Auf der Insel La Gomera wird bis heute ihr süßer Saft gewonnen, der guarapo, den man zu einem traditionellen Sirup einkocht: dem köstlichen miel de palma, dem „Palmhonig“.

Auf diesen Inseln aus Vulkanen, Wind und Sonne steht die Kanarische Dattelpalme für Anpassungsfähigkeit, Tradition und die enge Verbindung zwischen den Menschen und der Natur.

Die Palme in Zahlen

  • 20mHöhe kann sie erreichen
  • 6mlang kann ein einziges ihrer Blätter werden
  • 2Geschlechter: Es gibt männliche und weibliche Palmen
  • 1einziger Ort der Welt, an dem sie wild wächst: die Kanaren

Viel mehr als eine Pflanze

  • Der Palmito

    Die zarten jungen Blätter aus dem Herzen der Palme waren ihr wertvollster Teil.

  • Palmsonntag

    Aus dem Palmito fertigte man die Palmzweige, die am Palmsonntag gesegnet werden.

  • Kleidung und Alltagsgegenstände

    Decken, Taschen, Hüte und Behälter, in denen man Essen transportierte.

  • Guarapo und Palmhonig

    Auf La Gomera sammelt man ihren Saft, den guarapo, und kocht daraus miel de palma.

Wussten Sie schon …?

  1. Nur weibliche Palmen tragen Früchte: kleine orangefarbene Datteln, die auf den Kanaren támaras heißen.

  2. Im Tal von Haría im Norden Lanzarotes war es Brauch, für jedes neugeborene Mädchen eine Palme und für jeden Jungen zwei zu pflanzen. Deshalb nennt man es das Tal der tausend Palmen.

  3. Sie ist kräftiger als die Echte Dattelpalme: Ihr Stamm ist dicker und ihre Krone dichter und runder.

  4. Außerhalb der Kanaren schmückt sie Parks und Alleen in aller Welt, von der Côte d’Azur bis nach Kalifornien.

Wie gut kennen Sie die Kanarische Dattelpalme?

  1. Wo wächst die Kanarische Dattelpalme in freier Natur?

  2. Was wird auf La Gomera aus ihrem Saft gewonnen?

  3. Welche Palmen tragen támaras?

  4. Was schätzten unsere Vorfahren an der Palme am meisten?

Unsere Palmen zu schützen heißt, einen lebendigen Teil unserer Geschichte zu bewahren.

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